Patienteninfos

Was ist Neurologie?


Neurologie ist ein medizinisches Fachgebiet (wie z.B. auch Chirurgie oder Innere Medizin). Die Neurologie beschäftigt sich mit Erkrankungen des Gehirns und Rückenmarks sowie der Nerven und Muskeln. Der Neurologe ist also ein Facharzt für „Nervenkrankheiten“ (Bezeichnung im Telefonbuch), jedoch (meist) kein Psychiater.

Gründe, einen Neurologen, also einen Facharzt für Neurologie, aufzusuchen, können eine neu aufgetretene Ungeschicklichkeit oder Lähmung, ein plötzliches Eingeschlafensein oder Ameisenlaufen einer Gliedmasse oder eines anderen Körperteils, eine allgemeine Gangunsicherheit oder Gangverlangsamung, Schwindel, Doppelbilder, Schmerzen (speziell Kopfschmerzen), Gedächtnisstörungen, epileptische Anfälle, Bewusstlosigkeiten oder ein anderes Problem sein.

Die „Werkzeuge“ des Neurologen sind zuerst die Anamnese und der Neurologische Status. Er wird Sie also zuerst bitten, genau Ihre Beschwerden zu schildern, bevor die Funktionen des Nervensystems mit dem Reflexhammer sowie durch Tests wie Gehen mit geschlossenen Augen usw. geprüft werden.

Aufgrund dieser Informationen kann der Arzt die Ursache der Beschwerden oft bereits eingrenzen. Gelegentlich sind jedoch weitere Untersuchungen nötig. So kann der Neurologe eine Messung der Hirnströme (EEG, Elektroenzephalographie), eine Messung der Aktivität von einigen Nerven und Muskeln (ENG, Elektroneurographie bzw. EMG, Elektromyographie) oder eine Messung der Durchblutung des Gehirns (Transkranieller Ultraschall) bzw. des Zustands der zum Gehirn führenden Arterien (Carotisdoppler, Vertebralisdoppler) durchführen, um die Ursache der Beschwerden zu ergründen. Gelegentlich werden Sie auch für eine Darstellung des Gehirn oder des Rückenmarks im MRI (Magnetresonanztomographen) an ein Röntgeninstitut überwiesen.

Steht die Ursache der Beschwerden fest, plant der Neurologe zusammen mit Ihnen die Therapie. Diese kann aus der Ueberweisung an einen Chirurgen für Gehirn und Rückenmark (Neurochirurgie), Nerven (meist Handchirurgie) oder Arterien (Gefässchirurgie) bestehen. Meist ist zum Glück keine Operation nötig und die Beschwerden können mit Medikamenten behandelt werden. So stehen heute wirksame Medikamente gegen Morbus Parkinson, Epilepsie, Multiple Sklerose, chronische Kopfschmerzen und viele andere – auch harmlose – neurologische Erkrankungen zur Verfügung. Auch Infiltrationen, Manipulationen, Physiotherapie und die Anleitung zur Selbsthilfe haben ihren Platz in der Behandlung.